Im Bann der Kreisgräben

Im Bann der Kreisgräben Cover0Die Rahmenhandlung

Für den Bau einer Umfahrung der lokalen Kleinstadt wurde eine große Menge Granitbruch benötigt. Im Zuge von dessen Abbau findet man im nahe gelegenen Steinbruch eine mysteriöse Höhle. Drei Archäologen untersuchen diese und entdecken einen Raum, in dem sie die Geschichte der Erbauer der Kreisgrabenanlagen in unglaublicher Multimedia-Qualität nacherleben können. Ein Jackpot für die drei, denn niemand wusste bis zum heutigen Tag, wozu diese geheimnisumwitterten Bauten, die alle wie Stonehenge ausgerichtet sind, einst gedient hatten.Die Rahmenhandlung: Für den Bau einer Umfahrung der lokalen Kleinstadt wurde eine große Menge Granitbruch benötigt. Im Zuge von dessen Abbau findet man im nahe gelegenen Steinbruch eine mysteriöse Höhle. Drei Archäologen untersuchen diese und entdecken einen Raum, in dem sie die Geschichte der Erbauer der Kreisgrabenanlagen in unglaublicher Multimedia-Qualität nacherleben können. Ein Jackpot für die drei, denn niemand wusste bis zum heutigen Tag, wozu diese geheimnisumwitterten Bauten, die alle wie Stonehenge ausgerichtet sind, einst gedient hatten.

Exposé

Die Zeit der Kreisgräben ist eine höchst geheimnisvolle Zeit, die mindestens viertausend Jahre zurückliegt. Obwohl kaum gesicherte Erkenntnisse vorliegen, muss es damals schon eine überraschend hochstehende Kultur gegeben haben.

Der Roman handelt von der Geschichte des jungen, begabten Heilers Melvin. Sein anfänglicher Lehrer, der alte Heiler Skyllar, erkennt schnell dessen Potenzial und versucht mit allen Mitteln – bis hin zum Mord –, ihn daran zu hindern, seine Nachfolge anzutreten. Der schwer verletzte Melvin flüchtet in ein entferntes Dorf und steigt rasch zum geschätzten Heiler auf. Selbst dort wird er aufgespürt und vom alten Heiler weiter verfolgt. Aufgrund einer sich anbahnenden Naturkatastrophe und zunehmender Bedrohungen der Dörfer durch Barbaren werden die beiden gezwungen zusammenzuarbeiten, um ihre Bewohner noch retten zu können.

Spannend und aufwühlend vom Anfang bis zum Schluss! Die Kommentare der Testleser reichen von großartig bis sensationell.

288  Seiten; Erscheinung im Sommer 2016

Teaser zum Buch „Im Bann der Kreisgräben“

Rezension des Literatur-Bloggers Wolfgang Kucher

Leseprobe aus „Im Banne der Kreisgräben“

Langsam wurde mir die Schwere meiner Verantwortung bewusst. Mit meiner Kraft allein könnte ich höchstens noch zwei bis drei Menschen retten. Dringend  benötigte ich darüber hinaus Kräuter, Essenzen und Salben, um wirksam weiterarbeiten zu können. Ich sagte zu Lilias, dass es sicher einige Zeit dauern würde, bis mir zumindest die wichtigsten Hilfsmittel zur Verfügung stünden. Aber sie ließ nicht locker. „Du musst dich zeigen, die Menschen setzen alle Hoffnung in dich!“

Ich kannte natürlich die Macht der Hoffnung, dagegen war nichts zu sagen. Und so folgte ich Lilias hinaus.

Der Anblick der vielen Kranken erschütterte mich. So schlimm hatte ich es mir bei Weitem nicht vorgestellt! Hauptsächlich junge Menschen und Mütter mit Kindern blickten mich hoffnungsvoll und flehentlich an. Alle sahen gebannt auf mich, niemand sagte ein Wort – eine richtig gespenstige Situation! Ich würde wohl viele Menschen enttäuschen müssen, das wurde mir sofort klar. Das konnte einfach nicht gut gehen. Ich durfte jetzt trotzdem keinen Fehler machen, sonst musste mit Sicherheit die Hoffnung in Wut umschlagen!

Also ging ich einmal die Reihe der Kranken ab und suchte die dringendsten Fälle heraus. Ich war nicht einmal noch bei der Hälfte angelangt und hatte bereits fünf Menschen gefunden, für die eigentlich jede Hilfe bereits zu spät kommen könnte. Es galt, jetzt meine Kräfte vorsichtiger einzuteilen. So eine umfassende Spontanheilung wie bei Lilias konnte ich mir einfach nicht mehr leisten. Ich begann beim Jüngsten, stabilisierte nur dessen Herzschlag und senkte die Temperatur ein wenig.

Die schlimmsten Fälle schienen tatsächlich alle dieselbe Krankheit, den „heißen Tod“, im fortgeschrittenen Stadium zu haben. Dreimal ging es überraschend gut, aber meine Kräfte schwanden trotz sparsamen Gebrauchs schneller, als ich dachte. Eine vierte Heilung schaffte ich noch mit Mühe, aber beim fünften Fall, einer jungen Mutter, kippte ich plötzlich um. Ich sah gerade noch, wie ein wenig Farbe in ihr Gesicht zurückkehrte, als mir plötzlich selbst schwarz vor den Augen wurde.

Ich erwachte erst wieder in meiner Hütte, als Lili vorsichtig versuchte, mir etwas zu Trinken zu geben. Langsam erholte ich mich ein wenig, aber es gelang mir nicht einmal, mich aufzusetzen. Habano wurde ganz unruhig und leckte mir die Hand, die kraftlos vom Bett hinabhing.

„Du warst großartig“, sprudelte Lilias hervor, „aber du darfst dich nicht übernehmen.“

Auch Darachas befand sich im Raum und Aili, dessen Frau und Mutter von Lilias, kam gerade mit einer stärkende Suppe herein. Lilias versuchte sofort, mir ein paar Löffel davon einzuflößen. Tatsächlich kehrten meine Kräfte so weit zurück, dass ich mich aufsetzen und sprechen konnte.

„Ich muss mich nur noch ein wenig ausruhen, dann kann ich schon weitermachen. Aber ihr müsst mir helfen. Ich brauche Kräuter und Essenzen zur Unterstützung.“

„Wir bringen dir alles, was du brauchst“, antwortete Darachas. Er hatte offensichtlich so etwas schon erwartet, denn er zog bereits die vorsorglich mitgebrachte Tontafel und einen Kohlestift unter seinem Gewand hervor. „Zeichne auf, was du benötigst. Aber zuerst musst du dich vollständig erholen, bevor du weitermachen darfst. Die Situation ist bereits sehr gefährlich geworden, denn alle wissen jetzt, was du kannst. Unsere Soldaten mussten für Ruhe sorgen, sonst hätten die verzweifelten Menschen deine Hütte schon längst gestürmt.“

Ich kannte natürlich einige Kräuter, die das Fieber senkten, und auch solche, die zumindest kurzfristig stärken würden. Auch manche Beeren konnten, richtig dosiert, Wunder wirken. Die meisten Heilpflanzen waren aber im Grunde giftig und es kam ganz besonders auf die richtige Zubereitung und Dosierung an. Jedenfalls zeichnete ich allerlei Kräuter und Beeren auf die von Darachas mitgebrachte Tontafel. Aili schien schon etwas Erfahrung damit zu haben, denn sie nickte bei den meisten Zeichnungen sofort zustimmend. Mit ein paar zusätzlichen Beschreibungen von mir identifizierte sie dann auch den Rest.

Aufgrund der Jahreszeit waren glücklicherweise viele Kräuter verfügbar. Aber manche mussten zu ganz bestimmten Jahreszeiten oder Mondkonstellationen geerntet werden. Es würde sicher einige Wochen oder sogar Monate dauern, bis ich aus dem Vollen schöpfen konnte. So lange durfte es einfach nicht dauern.

Darachas schien aber nach wie vor die Ruhe selbst zu sein, obwohl der Lärm der Menge draußen ständig zunahm. Er lächelte und meinte: „Vielleicht können wir die Sache etwas beschleunigen“, und ging geradewegs auf eine der schillernden Wände zu. Er drückte kurz auf drei Punkte im Muster und zu meinem großen Erstaunen gab die Wand plötzlich eine Öffnung frei. Dahinter tauchte ein vorher nicht sichtbar gewesener kleiner Nebenraum auf. Darachas kannte anscheinend einige der Geheimnisse meines Vorgängers.

Die Überraschung ließ meine Lebensgeister schlagartig wieder zurückkehren. Ich stand auf und folgte Darachas in diesen Nebenraum. Er war eine Schatzkammer für jeden Heiler! Da gab es, in mehreren Ebenen sorgfältig geordnet und auch mit Symbolen versehen, eine komplette Sammlung an Kräutern, getrockneten Beeren und unzählige Behälter mit Essenzen.

„Ich denke, damit kannst du sicher etwas anfangen. Wir kennen nur ganz wenige, einfache Mittel, aber hier kannst du aus dem Vollen schöpfen“, meinte Darachas lächelnd.

Leider wusste ich nicht einmal mit einem Bruchteil der Sammlung etwas anzufangen, schon gar nicht auf den ersten Blick. Aber ich durfte mir keine Blöße geben. Sorgfältig ging ich die auf edlen Holzgestellen gelagerte und sorgfältig geordnete Sammlung durch. Ich nahm einiges heraus und erkannte schließlich ein Kraut, das besonders herzstärkend wirkt. Ich wickelte die Kräuter in ein Tuch und ersuchte Lili, daraus einen Tee mit heißem, aber nicht kochendem Wasser zu machen. Dann fand ich auch getrocknete, Fieber senkende Beeren, die ich später hinzufügte. In der Kammer befand sich ein Kessel aus rot glänzendem Metall, den wir für die Teezubereitung verwenden konnten.

Als der Heiltrank meiner Meinung nach fertig war, ersuchte ich Darachas mir zu helfen, das Gefäß hinaus vor die Hütte zu tragen. Dieser aber meinte, ich solle mich nicht anstrengen, und befahl zwei Wächtern, die vor der Hütte postiert waren, diese Arbeit zu übernehmen. Schnell hatte man den Kessel aufgestellt und Lili übernahm mit ihrer Mutter die Verteilung. Jeder Kranke sollte vorerst nur einen halben Becher voll davon bekommen. Der Stärkungstee würde mir die dringend benötigte Zeit verschaffen. Vielleicht reichte die Wirkung sogar aus, die leichteren Fälle für eine Weile von ihren Beschwerden gänzlich zu befreien. Der Kessel leerte sich aufgrund des großen Andranges ziemlich schnell. Ich schätzte daher den verbleibenden Rest ab, ob er auch für alle ausreichen würde. Das Getränk war sehr klar und das Gefäß schon so weit geleert, dass ich bereits bis auf den Grund sehen konnte. Die in ein Tuch eingewickelten Kräuter hatte ich schon vor der Verteilung wieder herausgenommen, so dass nur mehr die Beeren vorhanden waren. Alles schien gut gelaufen zu sein und die Menge sollte tatsächlich ausreichen, als mir eine Ungereimtheit im Bodensatz auffiel. Neben den Beeren entdeckte ich einige Körner, die ich mit Sicherheit nicht selbst hinzugefügt hatte. Schnell schöpfte ich mit einem Becher eine kleine Probe davon heraus und sah sie mir diese genauer an. Mir schwante Übles, nahm eines der unbekannten Samenkörner heraus und biss vorsichtig hinein. Die Gewissheit ließ mir den Angstschweiß über den Rücken rinnen. Es waren eindeutig die Samen des Stechapfels, einer der giftigsten Pflanzen, die ich überhaupt kannte!